TTM -
Traditionelle
Tibetische Medizin
Grundlage der Jamche Kunye-Praxis ist das ganzheitliche authentische Wissen der Tradtionellen Tibetischen Medizin. Wie in allen Kulturen wurde Wissen anfangs mündlich von Generation zu Generation weitergegeben um dann von klugen Köpfen aufgeschrieben und gelehrt zu werden.
Das große Werk der TTM ist der von Yuthok Yonten Gonpo dem Älteren begründete rGyud bZhi (Güshi).
Von vielen Historikern angeführtes Zitat:
"Die erste Krankheit ist die Verdauungsstörung, der erste Patient ist Sherbu, die erste Medizin ist gekochtes Wasser, der erste Arzt ist Brahma."
Große Tibetische Förderer der TTM
Tonpa Shenrab Mevoche
657 vCh.
War Zeitgenosse Buddhas und wuchs in Shang Shung (Südwesten Tibets) in der Nähe von Kailash und Manasarovar See auf. Er war legendärer Meister der Bön-Religion und verfasste Texte über die medizinischen Tradition ("bum bzhi"). Fotoquelle: pixabay.com
Lha-Thothori Nyentsen
28. König von Tibet - 254-374
Lud die zwei Ärzte Biji Gajed und Bila Gazaie aus Indien ein. In weiterer Folge verheiratete er seine Tochter Lhacham Yidki Rolcha mit Biji Gajed und knüpfte erste Beziehungen zu Nachbarländern. Fotoquelle: pixabay.com
Songtsen Gampo
33. König von Tibet - 617 - 649
War eine herausragende Persönlichkeit - allein sein Anblick ließ seine Feinde erstarren. Durch seine Heirat mit der chinesischen Prinzessin Wunshing Kongjo kamen viele chinesische Medizintexte nach Tibet. Fotoquelle: Tibetzenter
Trisong Detsen
38. König von Tibet - 742-797
Stärkte die Beziehungen zu den Nachbarländern. Er war Initiator der ersten medizinischen Konferenz in Samye, welche mehrere Monate andauerte. Dabei fiel besonderes Augenmerk auf den hervorragenden Yuthok Yonten Gonpo den Älteren. Fotoquelle: Tibetzenter
Yuthok Yonten Gonpo der Ältere
708-833
Gilt als Emanation des Medizinbuddha und wurde 125 Jahre alt. Er systematisierte und strukturierte das medizinische Wissen im ersten Entwurf zum Hauptwerk der TTM dem rGyud bZhi (Güshi). Fotoquelle: Men tsee khang
Yuthok Yonten Gonpo der Jüngere
1126-1202
In wunderschönen Medizin-Thangkas (Illustrationen), veranlasst von Yuthok Yonten Gonpo dem Jüngeren, wurde die Medizin in ihre vier ganzheitlichen Bereiche eingeteilt. Fotoquelle: Men tsee khang
rGyud bZhi
besteht aus den vier Tantras:
- Wurzeltantra rTsa Gyud
- Das Tantra der Erklärungen bShad Gyud
- Das Tantra der mündlichen Unterweisungen man ngag Gyud
- Das nachfolgende Tantra phyi ma Gyud
Allegorische Bäume
Die vier Tantras wurden mittels Medizin-Thangkas illustriert. Sie sind durch vier Bäume dargestellt. Die Abbildung zeigt z.B. den Baum der Behandlung, welcher Teil des Wurzeltantras ist. (Abb.: Dharmapala Thangka Center, Wurzel der Behandlung)
Er enthält die vier Grundsätze der Behandlungen in der TTM:
• Ernährung - 35 Blätter
• Lebensstil - 6 Blätter
• Medikamente - 50 Blätter
• Äussere Anwendungen (sanfte und drastische) - 7 Blätter
Medizinstudenten müssen auch heute noch den rGyud bZhi, der in Versen aufgebaut ist, vollständig auswändig lernen.